Die Form stimmte und ich war bester Dinge, mein letztes Rennen in dieser Saison mit einem Top-Ergebnis zu beenden. Das wäre wichtig gewesen, um nach dem Relaxmonat Oktober, hochmotiviert Anfang November wieder in die Vorbereitung für 2012 einzusteigen.
Doch der Reihe nach. Nach der kräftezehrenden Sparkasse TRANS Zollernalb, sollte der UCI Marathon im französischen Ornans meine Abschlussvorstellung für die Saison 2011 sein. Im nächsten Jahr sollen dort die Marathon-Weltmeisterschaften stattfinden, auch ein Grund, warum wir den Weg in Richtung Westen antraten. Und das war gut so, denn die 84-Kilometer-Runde entpuppte sich als äußerst anspruchsvoll. Steilste Anstiege und Abfahrten mit engen Kurven, dazu noch verblockt, und mit unzähligen spitzen Steinen gespickt. Konditionell waren wir schon aufs Äußerste gefordert, da war es schwer, die Konzentration hundertprozentig hochzuhalten. Ein Abflug konnte da böse Folgen haben. Kurz gesagt, ein Cross-Country-Kurs in Endlosschleife.
Weltklasse war am Start und so war auch das Tempo gleich zu Beginn. Ich ordnete mich mit René um die Position 13 ein. An diesem Tag waren wir ungefähr gleich stark, was uns natürlich auch half, uns gegenseitig zu motivieren. Bei Kilometer 45 hatte ich ein schwächere Phase und musste René und zwei weitere Konkurrenten etwas ziehen lassen, hatte sie aber immer in Sichtweite. Dann passierte das, was auf diesem Untergrund die große Gefahr war. Die vielen spitzen Steine schworen quasi einen Reifendefekt herauf. Blöderweise erwischte ich einen dermaßen ungünstig, dass es mir meinen hinteren Reifen aufschlitzte. Eine profilaktische Reparatur bis zu nächsten Techzone war unmöglich. Das war einfach Pech. So musste ich das Rennen aufgeben und damit auch die sichere Qualifikation für die Marathon-WM im nächsten Jahr.
Ganz umsonst war der Trip nach Frankreich dennoch nicht. Jetzt wissen wir, dass wir mit resistenteren Reifen am Start stehen werden. Schwalbe hat ja den Snake Skin im Programm. Jetzt werde ich ein wenig abschalten und auch mal ein bisschen den Ernährungsplan schleifen lassen. Fürs Saisonresümee lasse ich mir ein wenig Zeit. Es wird auch einiges Neues im Team geben, später mehr.
Torsten





