Ein besserer Skifahrer
Ich hoffe, Ihr seid alle bestens ins neue Jahr gerutscht, ich bin es. Die Trainingsbedingungen sind in Deutschland ja mittlerweile suboptimal, so habe ich kurzfristig umdisponiert und hab mich in den Flieger Richtung Mallorca gesetzt. Und die Bedingungen hier könnten besser nicht sein, strahlend blauer Himmel und nur ein laues Lüftchen.
Trotzdem sitze ich im Hotelzimmer. Seit heute morgen kratzt es ein wenig im Hals und die Nase ist auch etwas verstopft, also mal lieber einen Tag rausnehmen, Tee trinken und das Beste für morgen hoffen. So bleibt Zeit die letzten Wochen in der Heimat zu resümieren.
Und diese waren sehr skilastig. Zwischen den Feiertagen war ich für vier Tage mit dem Skiclub Rangendingen im Bregenzer Wald. Ich dachte, ich bin schon ein sehr guter Alpinfahrer. Buckelpiste, Tiefschnee, alles kein Problem. Trotzdem schloss ich mich dem Fortgeschrittenkurs unter Leitung von Frank Leins an, seines Zeichens, Mitglied des Bundeslehrteams. Der kann es also, und zwar richtig :-).
Das richtige Kurvenfahren war der absolute Schwerpunkt. Körperspannung, Druck geben an den richtigen Stellen, verbunden mit der einer kleinen Korrektur der Oberkörperhaltung und schon läuft der Ski wie auf Schienen. Durch Buckelpisten geht es nun viel zügiger, kraftsparender und vor allem sicherer. Nach jedem Schwung, der nicht funktionierte, weiß ich nun, woran es gelegen hat. Dank Frank bin ich nun ein besserer Skifahrer. Nach der letzten Abfahrt am späten Nachmittag tauschten wir dann noch die Carver durch die schmalen Latten und glühten über die Loipen.
Anfang Januar fand der erste Skilehrgang mit meinem Team in Garmisch-Partenkirchen statt. Schwerpunkt war die Skaterei und mal nicht das Radtraining. Auch in den folgenden Wochen absolvierte ich mein Grundlagentraining, wie auch ein paar Intervalle auf der Loipe. Leider ist die Schneesituation auf der Alb miserabel und ich musste auf die Loipen im Schwarzwald ausweichen, genauer gesagt die Strecken in Kniebis.
Eine kleine Anekdote hab ich da noch zu erzählen. Manchmal ist auf der Loipe Großkampftag. Ich drehe da so meine Runden, recht zügig, meine ich. Mittlerweile sind es schon wieder 600 Kilometer. Jedenfalls gibt es dann Leute, die sich dranhängen, mit letzter Kraft überholen, in der nächsten Kurve stürzen, ich ausweichen muss und selbst ins Unterholz schieße. Als ich mich dann aufgerappelt hatte, war der übermotivierte Sturzpilot schon wieder im Kampfmodus und ohne einer Nachfrage, wie es mir geht, schon wieder in der Spur und auf und davon. Glücklicherweise hatte mein Abgang keine Folgen. Ich natürlich dem Typ hinterher, und zur Rede gestellt. Er hatte nur so etwas gebrabbelt wie, „Hättest doch vorbeifahren können!“, was unmöglich war. Na ja, dann musste ich ihn mit Leistung und Lauftechnik niederringen. Vielleicht sollte ich da etwas entspannter sein, aber nach einem solchen Kommentar ging es einfach nicht. Erst bin ich am Berg ohne Stockeinsatz gelaufen, bis ich dann vollends an ihm vorbeigezogen bin. Da bin ich auch nicht mehr vernünftig und bleibe in meinen vorgegebenen Pulsbereichen, aber das musste dann sein. Und hinterher muss ich über die Geschichte lächeln, wie manche Leute vom Ehrgeiz getrieben sind. Ich muss aber auch über mich schmunzeln, dass ich mich da mitreißen lasse, immer diese "Revierkämpfe" :-).
Jetzt hoffe ich auf baldige Genesung, dass ich vielleicht morgen schon wieder ins Training einsteigen kann.
Ski heil und Adios
Torsten








